20. Mühlenfest - eine Ära geht zu Ende

Was wird die Zukunft bringen?

         Die Ära der Mühlenfeste unter Leitung des Kulturvereins Plessa e.V. geht mit dem diesjährigen Mühlenfest zu Ende. Seit 1995 organisierten Plessaer Freiwillige in Etappen, zunächst unter Mitwirkung u.a. des Fördervereins Naturpark und des Reit- und Fahrvereins Plessa, in den letzten 10 Jahren dann allein durch den Kulturverein dieses Fest. Nicht nur regional, sondern auch überregional fand das Mühlenfest immer große Beachtung, vielleicht gerade weil es ein kleines, unspektakuläres Fest war, das regionale Traditionen und Handwerk in den Vordergrund stellte.

Fester Bestandteil dabei waren Wolfgang und Christine Alkier, die in ihrem schier unerschöpflichen Fundus nach historischen Zeugnisses suchten und diese zeitgerecht in dazu gehörigen Trachten und mit den notwendigen Erklärungen versehen präsentierten. Zuletzt lieferten sich alljährlich Christine Alkier und Lothar Thieme, ebenfalls fester „Bestandteil“ des Mühlenfestes, ein Wortgefecht, wenn sie dem Publikum „Blessisch for Dich“ beibrachten.

Viele Besucher lockte alljährlich der Reit- und Fahrverein, der den Gästen eindrucksvoll seine Reitvorführungen präsentierte. Gern hätte der Kulturverein dem Ländlichen Reit-und Fahrverein Plessa e.V. auch in diesem Jahr Gelegenheit gegeben, seine Kunst zu zeigen. Leider hat Kulturverein trotz mehrmaliger Nachfrage bei dem Vorsitzenden des Reit- und Fahrvereins, Günther Kamenz, keine Zusage erhalten. Glücklicherweise gelang es, mit Christin Schröder-Grahle vom Heinicke-Hof in Kahla eine gleichwertige Alternative zu finden. Pferde gehören ganz einfach zum Mühlenfest. Und so zeigte der Reitverein Lindena und Umgebung e.V. erstmalig seit etwa 60 Jahren in Plessa wieder ein Kranzreiten. Reiter aus der gesamten Umgebung gaben in an der Elstermühle ihr Bestes.

Kleintierzüchter, Hörnchenfarm Richter und Schäfer Mathias Möckel mit seinen Schafen gehörten ebenfalls immer zum Mühlenfest. Die Esel von Silvio Wiesner begeisterten nicht nur die Kinder. Nicht zu vergessen die Mühlenmugger, die in jedem Jahr das Mühlenfest im wahrsten Sinne des Wortes ausklingen ließen. Die Sicherstellung der Technik und Versorgung wurde in all den Jahren hauptsächlich durch Mitglieder des PCC realisiert. Ohne die tatkräftige Unterstützung durch die Plessaer Karnevalisten wären die Veranstaltungen nicht möglich gewesen.

Nun hat der Vorstand des Kulturvereins nach reiflicher Überlegung und Diskussion entschieden, sich aus der Organisation des Mühlenfestes zurückzuziehen. „Wieviel Arbeit an der Vorbereitung so eines Festes hängt, sieht ein Außenstehender gar nicht“, sagt Claudia Drews, Vorsitzende des Vereins. „Das Programm muss vorbereitet werden, attraktiv Angebote organisiert werden und die erforderlichen amtlichen Genehmigungen eingeholt werden. Das kann man so lange „nebenbei“ machen, wie alles glatt läuft. Aber wenn dann erst langwierig Verhandlungen geführt und Differenzen aus dem Weg geräumt werden müssen, überfordert uns das auf Dauer.“ Sie spricht damit u.a. den Eigentümerwechsel des Mühlengeländes, den Wechsel in der Bewirtung der Gaststätte Mühlenschänke und die Differenzen zwischen Reit- und Fahrverein und dem Eigentümer des Geländes an. „Ein enormer Aufwand ist die Durchführung des Festes selber“, so Claudia Drews weiter. „3 Tage lang holen wir alles Erforderliche zusammen, fahren unzählige Male zwischen Kulturhaus und Mühle hin und her, bringen Stände, Kühlschränke, Geschirr, Stühle, Grill, Dekorationen und was sonst noch benötigt wird, zur Mühle hin, bauen auf und bringen das nachher alles wieder zurück. Dazwischen sind wir den ganzen Tag zum Mühlenfest vor Ort, gestalten selbst einige Programmpunkte und sorgen dafür, das alles klappt.“ Mehr als 30 Helfer sind jedes Mal erforderlich, um Kuchentheke, Grill und Getränkewagen absichern zu können. „Dazwischen schlüpft mancher noch in ein Kostüm und macht nebenher außerdem noch beim Programm mit“, ergänzt Peter Werner, ebenfalls Vorstandsmitglied. „Nun bekommen wir einfach nicht mehr die erforderlichen Helfer zusammen. Wir hätten uns gern mehr Unterstützung von der Jugend gewünscht. Leider wird es immer schwieriger, alles abzusichern, wir schaffen es unter diesen Umständen nicht mehr.“ Und daher war das 20. Mühlenfest das letzte vom Kulturverein Plessa organisierte. Nachfolger sind herzlich willkommen. Die Zeit wird zeigen, ob sich die Plessaer Vereine ihrer alten Tugenden und Traditionen in der Ausrichtung großer Feste besinnen und dort anknüpfen und weitermachen wollen.

Allen genannten und ungenannten Helfern und Unterstützern der vergangenen 10 Mühlenfeste sei an dieser Stelle ganz herzlich gedankt.

Der Kulturverein geht zurück zu seinen Wurzeln und wird mit seinem bewährten Helferteam am 18.Mai 2019 ein Maifest am Kulturhaus durchführen. Es könnte der ausbaufähige Neubeginn eines zentralen Dorf-und Heimatfestes werden.

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